Häufige Fragen zur vergrößerten Prostata
– Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine altersbedingte, gutartige Vermehrung von Drüsen- und Bindegewebe in der Prostata. Sie ist kein Krebs. Weil die Prostata die Harnröhre umschließt, kann die Vergrößerung den Harnfluss behindern. Etwa jeder zweite Mann über 60 ist betroffen.
– Welche Symptome sind typisch?
Häufiges Wasserlassen, nächtlicher Harndrang (Nykturie), abgeschwächter Strahl, verzögerter Start, Nachträufeln und das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung. Fachlich fasst man dies als Symptome des unteren Harntrakts (LUTS) zusammen.
– Ist eine vergrößerte Prostata gefährlich?
Die BPH selbst ist gutartig. Unbehandelt kann sie jedoch zu Restharn, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Blasensteinen, akutem Harnverhalt und im Extremfall zu Nierenschäden führen. Deshalb sollten Beschwerden ärztlich beurteilt werden.
– Wie wird die Diagnose gestellt?
Über den IPSS-Fragebogen, die Tastuntersuchung, Urinuntersuchung, Ultraschall von Prostata und Restharn, Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) sowie in der Regel eine PSA-Bestimmung nach Aufklärung, um einen Prostatakrebs abzugrenzen.
– Welche Medikamente helfen bei BPH?
Alphablocker wie Tamsulosin entspannen die Muskulatur und wirken innerhalb weniger Tage. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid verkleinern die Prostata über Monate. Tadalafil 5 mg täglich ist bei BPH mit gleichzeitiger erektiler Dysfunktion zugelassen. Pflanzliche Präparate wie Sägepalme werden häufig genutzt, die Studienlage ist uneinheitlich.
– Wann ist eine Operation nötig?
Bei wiederholtem Harnverhalt, hohem Restharn, Blasensteinen, wiederkehrenden Infekten, Blutungen, drohender Nierenschädigung oder wenn Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern. Standardverfahren sind TURP, Laserenukleation (HoLEP) und je nach Größe offene oder roboterassistierte Verfahren.
– Was hilft im Alltag?
Abends weniger trinken, Alkohol und Koffein reduzieren, Blase in Ruhe und vollständig entleeren, Blasentraining, Gewichtsreduktion und Bewegung. Vorsicht bei abschwellenden Erkältungsmitteln und bestimmten Antihistaminika – sie können einen Harnverhalt auslösen.
Quellen und Transparenz
Grundlage sind die S2e-Leitlinie „Benignes Prostatasyndrom“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie, die EAU-Leitlinie zu nicht-neurogenen LUTS sowie Fachinformationen der genannten Wirkstoffe.











